Kirche Hütten

Kirche Hütten
Bildunterschrift: Kirche Hütten

Die Kirche in Hütten hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und gehört mit ihren Malereien zu den eindrucksvollsten Dorfkirchen.

Im Jahre 1699 wurde die Kirche erbaut, 1725 das erste mal erneuert und im Jahre 1935 abermals gründlich renoviert. Dabei traten wertvolle, altertümliche Malereien zutage, die wieder kunstfertig aufgefrischt wurden. Im Rahmen der Baumaßnahmen erhielt die kleine Kirche nun auch eine elektrische Beleuchtung

Der 29. September 1935 war für den Ort Hütten ein besonderer Tag. In Anwesenheit von Ehrengästen wurde die festlich geschmückte Kirche, nach mehreren Monaten Bautätigkeit, wieder eingeweiht. Während des Krieges wurden einige Zinnpfeifen entnommen, welche man für Kriegszwecke nutzte. Obwohl nun die Orgel nicht mehr vollständig war, wurde darauf noch bis 1960 zu den Gottesdiensten gespielt. Diese schwierige Aufgabe hatte der Organist Herr Hölzer aus Friedebach übernommen.

In den letzten Kriegswochen wurde der Kirchturm durch Beschuss amerikanischer Truppen beschädigt.

Unter der Leitung des damaligen Pfarrer Schütz begann man 1975 den Zwiebelturm abzutragen, einen neuen Turm zu bauen und das Dach neu zu decken. Dazu musste auch die Stromleitung entfernt werden. Im Laufe der Jahre wurden neue Fenster eingebaut und die Kirche erhielt einen neuen Außenanstrich. 1979 wurde ein neuer Wetterhahn aufgesetzt. 1992/93 begann man mit dem Abhacken der Innenwände, welche voller Salpeter waren. Die Krölpaer Firma "MAXIT" sponserte dafür den benötigten Sanierputz. Mitarbeiter der Bildungsstätte "Blitz e.V." führten die Malerarbeiten aus.

Ende 19987 stellte Frau Pastorin Naumann einen neuen Antrag auf Stromanschluss bei der TEAG, der auch sofort bewilligt wurde. Die Firma "Elektro- Rausch" übernahm die Kosten für den neuen Zählerschrank und die Jenaer Firma "Freihof" half mit einer Geldspende.

Ein großes Ziel stand der Kirchgemeinde aber immer noch vor Augen. Dies war die

ORGELWEIHE IN DER HÜTTENER KIRCHE AM 28. OKTOBER 2000

Die kleine Dorfkirche in Hütten hatte selten auf einmal so viele Menschen gesehen, wie am letzten Samstag im Oktober des Jahres 2000. Auch aus den umliegenden Ortschaften waren viele Bürger gekommen, um an der Orgelweihe mit Landesbischof Roland Hoffmann teilzunehmen.

Liebevoll mit frischen Blumen und Kerzen geschmückt, zeigte sich das Kirchenschiff mit dem Altarraum in einem festlichen Glanz. Landesbischof Roland Hoffmann weihte die Orgel in seiner unnachahmlichen Art in einem festlichen Gottesdienst. Dabei ging er auch auf die Geschichte der um 1800 erbauten Orgel ein. Baumeister war Johann Georg Kummer, der seine Ausbildung bei der renommierten Firma Wagner absolviert hatte. Er erhielt für seine guten Leistungen das Fürstliche Orgelbauprivileg.

Über einhundert Jahre war die Orgel der Mittelpunkt der Kirche und begleitete den Gesang der Kirchengemeinschaft des kleinen Heidedörfchens. Dann gab es einen radikaler Einschnitt in das Leben der Bewohner. Der erste Weltkrieg brach aus, es herrschte Tod, Not und Elend. Auch die kleine Kirche wurde nicht verschont und musste ihren Tribut zahlen. So entnahm man schon im ersten Weltkrieg die Zinnpfeifen aus der Orgel und nutzte sie für Kriegszwecke. Obwohl nun leider nicht mehr vollständig, spielte man trotz allem auf diesem Instrument noch bis in den sechziger Jahren zu den Gottesdiensten. Der Friedebacher Organist Herr Hölzer hatte diese schwierige Aufgabe übernommen. In den letzten Jahrzehnten konnte man auf dem Instrument keine vernünftigen Töne mehr spielen. Auch war die Orgel extrem verschmutzt. Zu Beginn des Jahres 1999 wurden alle 11 Register ausgebaut und in die Firma "Röser & Hercher" gebracht. Dort reinigte, richtete und erneuerte man die Pfeifen. Bis in die frühen Morgenstunden des 28. Oktobers wurde noch eifrig gebaut. Dann standen die über fünfhundert Orgelpfeifen alle wieder an ihrem Platz und der feierlichen Wiedereinweihung stand nichts mehr im Wege.

Nach dem festlichen Gottesdienst traf man sich in der Hüttener Jugendbildungsstätte zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Die Mitarbeiter der Einrichtung hatten sich besondere Mühe gegeben und so wartete auf die Gäste an sehr schön gedeckten Tischen leckerer Kuchen, den die Frauen aus Hütten gebacken hatten.

Um 17.00 Uhr traf man sich zu einem Konzert für Orgel und Trompete, in der bis auf den letzten Platz belegten Kirche. Zu Beginn der verschiedenen Musikstücke erläuterte Dr. Hartmut Haupt die einzelnen Werke. Bei der Sonate C-Dur von Henry Purvell, dem Stück "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven und dem Marsch C- Dur von Jeremia Clarke, spielte Steffen Naumann dazu Trompete. Dr. Haupt, ein Meister auf der Orgel, begeisterte das Publikum. Ohne Zugabe ließ man die beiden Musiker nicht ihr Spiel beenden. Das Konzert war ein gelungener Abschluss der Festlichkeiten.

Die Kirche mit ihren wunderschönen Malereien und der wieder instand gesetzten Orgel ist wie geschaffen dafür, das man sich zu Konzerten trifft, denn es wäre sehr schade, dieses Instrument mit seinen herrlichen Klängen ungenutzt oder nur zu den Gottesdiensten erklingen zu lassen.

 

 

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