Kirche Dobian

Kirche Dobian
Bildunterschrift: Kirche Dobian

Die Abbildung der Dorfkirche mit Turm, schmückt seit dem Jahre 1850 das Siegel des Ortes Dobian. Bis auf zwei Änderungen im Laufe der Jahrzehnte, blieb man diesem Motiv treu. Dies verrät auch einen gewissen Stolz der Bewohner auf ihre Kirche.
Auf dem neu renovierten, geraden Sturz der Westtür, steht das Erbauungsjahr- ANNO 1772.
Zwischen Schrift und Zahlen sind die beiden sächsischen Wappen zwischen dem Kurhute abgebildet.

Im Jahr 1781 erhielt die Kirche ihren Taufstein. Ein achteckiges, breites Becken, mit aufrecht stehenden Blumenzweigen verziert, sitzt auf einem schlanken Schaft. Der im Jahre 2000 aufwendig sanierte über 200-jährige Taufstein, ist heute ein Blickfang im Altarraum.

Die Kirche war schon von jeher mit dem bäuerlichen Leben eng verbunden. Die verschiedensten christlichen Sitten und Gebräuche prägen die einzelnen Tage und Monate eines jeden Jahres. Wollte man daran etwas ändern, ging dies nicht so einfach. Es musste darüber debattiert und beschlossen werden. Am 15. September 1839 hatte man in Dobian solch einen Fall. Die Gemeinde beschloss von nun an das Kirchweihfest nicht mehr zu feiern. Stattdessen sollte das Erntedankfest gefeiert werden. Unterschrieben wurde diese Erklärung von sechzehn Gemeindemitgliedern.
Seit dem Jahre 1847 gab es Pläne für einen Orgelbau. Aus diesem ging hervor, dass für den Einbau die Empore geändert werden musste. Finanziert wurde die Orgel einmal durch Spenden der Bevölkerung und zum anderen durch den Schulzen Petzold, der gleichzeitig auch Landtagsabgeordneter war. Dieser stellte seine Einkünfte aus dem Schulzenamt zur Verfügung, wenn damit zweckgebunden eine Orgel finanziert werden könnte. Ein Jahr später begann der Orgelbaumeister Friedrich George mit seiner Arbeit. 1849 erfolgte der Einbau der Orgel in die Kirche. Friedrich George wurde für seine Arbeit mit 100 Thalern entlohnt.
Die beiden Kirchenglocken, 1,60 m und 2,50 m groß, wurden 1888 in der Glockengiesserei Carl Friedrich Ulrich in Apolda gegossen. 1918 - 30 Jahre nach ihrer Entstehung - beschlagnahmte man die Kirchenglocken. Die Kirche erhielt aber dafür 513 Mark. Ein Jahr später kehrte eine davon, erfreulicherweise unversehrt, wieder zurück an ihren Platz. Die Kirche hatte dafür 500 Mark Kriegsanleihe gezeichnet.
Im Jahr 1924 begann die Restaurierung durch den Kirchenmaler O. Gemeiner aus Ziegenrück. Die Kosten beliefen sich auf 1400 Mark. Da der Kirchenmaler schwer kriegsbeschädigt war (beide Beine verloren) gewährten ihm die Bauern zusätzlich noch 12 Zentner Kartoffeln. Zusammen mit seinen drei Gehilfen wurde der Maler drei Wochen lang von den Gemeindemitgliedern in freie Kost genommen. Die Umdekorierung der Kanzel und des Altars übernahm das Ziegenrücker Dekorationsgeschäft von Paul Meyer für den Lohn von 250 Mark. Viele Privatpersonen aus den unterschiedlichsten Schichten der Bevölkerung spendeten Geld um die Kosten für die Reparatur zu decken. Aus der Gemeindekasse gab es einen großen Zuschuss.

Durch ein schweres Gewitter im Jahr 1983 wurde auch Dobian in Mitleidenschaft gezogen. Bäume entwurzelten, bei der Ernte gab es Verluste und es kam zu Überschwemmungen. Bei diesem Unwetter wurde auch das Kirchendach durch Hagel beschädigt.

17 Jahre später erlebte die Kirche die schlimmsten baulichen Zerstörungen seit ihrer Errichtung.Am Sonntag, den 30. September 1990 schlug gegen 21.30 Uhr ein Blitz in die Dorfkirche ein. Dabei wurde der Turm stark in Mitleidenschaft gezogen. Böse sah es auch im Innenraum aus. An der Giebelwand hinter dem Altar hatte der Blitz einen breiten Riss im Mauerwerk hinterlassen. Putzbrocken lagen auf dem Fußboden und dem Gestühl verstreut.
In den nachfolgenden Jahren wurden Kirchturm und Kirchendach saniert und erstrahlen heute wieder im neuen Glanz. Nach 10- jähriger Bauzeit wurde dann auch im Jahr 2000 der Innenausbau fertiggestellt. Am 16. September des gleichen Jahres weihte man in einem festlichen Gottesdienst zur Kirchweih, die Dobianer Kirche feierlich wieder ein. Jeden Monat konnten nun in dem Gebäude wieder Gottesdienste stattfinden. Ein Jahr später schmückte ein neuer Läufer den Fußboden, welcher von vier Fraktionen des Gemeinderates gespendet wurde. Ein großer Wunsch des Gemeindekirchenrates ging am 31. Oktober 2003 in Erfüllung. Anlässlich des Reformationsfestes konnte man die gelungene Außenputzsanierung des Gotteshauses feiern. Die Kirche ist somit auch wieder äußerlich zu einem ansehnlichen Mittelpunkt des Ortes geworden.

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